Nachsorge im Notfall

Nachsorge im Notfall

Durch Vertrauensleute und Notfallpsychologen

Vertrauensleute und Notfallpsychologen können psychisch verletzte Mitarbeiter dabei unterstützen, mit dem Angriff auf die körperliche und psychische Unversehrtheit umzugehen.

Denn ein Schlag ins Gesicht, zusehen zu müssen wie der Kollege krankenhausreif geschlagen wird oder wie ein Kollege zuletzten in Rothenburg (Zeitungsartikel dazu) getötet wird, hinterlassen nicht nur körperliche Folgen sondern vor allem psychische. Das Gefühl der eigenen Sicherheit wird häufig zerstört, das Selbstwertgefühl massiv angegriffen und die eigene Handlungskompetenz in Frage gestellt. Dazu kommen in vielen Fällen Schuldgefühle und Ängste, die eine weitere Tätigkeit stark behindern oder im Extremfall zu körperlichen Folgekrankheiten wie chronischen Kopfschmerzen, wiederkehrenden Erkältungskrankheiten, Verspannungen und Rückenschmerzen führen können, um nur die häufigsten Ursachen für erhöhte Fehl- und Krankheitstage nach traumatischen Ereignissen zu nennen.
Doch nicht nur das traumatische Ereignis selbst, sondern auch der Umgang der hilflosen Kollegen mit dem betroffenen Mitarbeiter tragen zur mangelhaften Bewältigung einer traumatischen Lebenserfahrung bei.

Das alles lässt sich in den meisten Fällen mit wenigen Kontakten zu einem kollegialen Ansprechpartner oder bei gravierenderen psychischen Beschwerden zu einem Notfallpsychologen verhindern. Nur in sehr wenigen Fällen bedarf es einer längerfristigen Traumatherapie.

Kosten für die Unterstützung durch einen Notfallpsychologen kommen in der Regel nicht auf Sie zu, da alle Mitarbeiter in der gesetzlichen Unfallversicherung gegen die Folgen von Arbeitsunfällen versichert werden müssen. Notfallpsychologische Leistungen, zunächst als 5 probaotische Sitzungen zur Abklärung weiterer Maßnahmen, werden heutzutage in der Regel von diesen Versicherungsträgern erstattet (siehe Handlungsleitfaden der UKBW dazu, Kap. 5.3.9. Internes Berichtswesen, Unfallmeldung und Leistungen der Unfallversicherungsträger/Unfallfürsorge), da sich herumgesprochen hat, dass die Folgeerkrankungen weitaus teurer sind (z.B. Frührente, Kuren etc.) als die Zeit eines Notfallpsychologen.

Informationstag für Betroffene

In unseren Seminaren, an denen u.a. Opfer mit Gewalterfahrungen teilnehmen, beobachten wir bei diesen Teilnehmern neben einem erhöhten Gesprächs- und Klärungsbedarf, auch immer wieder fortdauernde psychische Folgeerscheinungen. Dies sind deutliche Anzeichen dafür, dass das Ereignis noch nicht oder nicht vollständig verarbeit wurde. Für die Mitarbeiter wäre es wichtig, im Kreise von Menschen mit gleichen Erfahrungen, unter Anleitung und Begleitung eines Notfallpsychologen, ihre jeweilige Notsituation noch einmal anzuschauen und Vorsorge für die Zukunft treffen können.

Der Informationstag ist ein Angebot für diese Mitarbeiter. Informationen zum Thema traumatischer Stress gehören genauso zu dieser Veranstaltung wie der Austausch über das individuell Erlebte und die Bewältigungsstrategien der Teilnehmer.